Das Schwein als Resteverwerter
In früheren Zeiten galt das Schwein als Reste- und Abfallverwerter. Kein (wertvolles) Stück Ackerland diente der Erzeugung von Schweinefutter.
So wie das Rind für uns unverdauliches Gras zu Fleisch umsetzt, tat es das Schwein mit Resten und "Abfällen".
Dies hatte logischerweise zur Folge, dass nur so viele Schweine gehalten wurden, wie Reste zu Verfügung standen. Auch waren die Schweine deutlich fetter, da ihr Futter nicht den passenden Eiweißmix für den reinen Muskelaufbau enthielt.
Seit den 50er Jahren hat die wachsende Nachfrage allerdings zur Züchtung von Schweinerassen geführt, die man als Hochleistungssportler bezeichnen könnte. Denn das Ziel ist es, möglichst schnell viel Muskelmasse aufzubauen.
Und so wie ein Hochleistungssportler genau auf seine Ernährung achten muss, muss dafür auch das Schweinefutter die richtige Zusammensetzung und einen sehr hohen Eiweißanteil aufweisen. Ist das gegeben, können Schweine bis zu 1 kg pro Tag zunehmen!
Seit dem Ukraine-Krieg und dem damit verbundenen Preisanstieg für Futtermittel haben wir uns allerdings auf die oben erwähnte ursprüngliche Funktion der Schweine als Resteverwerter zurückbesonnen.
Mit den bei uns anfallenden Gemüseresten und eigenem Getreide können wir etwa 20 Tiere versorgen.
Ihr Fleisch ist logischerweise etwas fetter und sie wachsen längst nicht so schnell heran.
Die Schweine leben bei uns ganzjährig im Offenstall in verschiedenen Altersgruppen zusammen. Außerdem verfügen sie über einen Auslauf, in dem sie nach Herzenslust wühlen und sich im Schlamm suhlen können - eine optimale Beschäftigung für die neugierigen und intelligenten Tiere.
Sie freuen sich aber auch über eine Dusche :)
Vielleicht siehst du rechts neben den Schweineställen schon das ein oder andere landwirtschaftliche Gerät stehen.
Davon haben wir tatsächlich ganz schön viele. Und jedes davon wird in regelmäßigen Abständen in unserer Werkstatt vorstellig.